Kopfkartografie

am 30.04.2008 aus Fragmenten von Träumen hören X-Mal Deutschland trinken Fenchel-Anis-Tee wetter #000000

In meinem Kopf gibt es Orte. Die Straßen sind dort etwas kürzer. Oft auch etwas steiler. Die Orte liegen näher beieinander. Die leeren Räume dazwischen fehlen. Es gibt keine Orte ohne Bedeutung. Es ist eine verzerrte und verdichtete Collage aus Bruchstücken einer inneren Landschaft und Erinnerungen an tatsächliche Orte.

Die Kartografie meiner Träume. Wie generiert mein Kopf bloß diese verrückte Landkarte?

Was mich dabei immer wieder erstaunt, ist, dass ich Orte dort meistens wiederfinde. Und dass sich die bekannten Orte nicht verändern. Mein Kopf benutzt also nicht jedes Mal einen neuen Zufalls-Algorithmus um meine Traumlandschaften zu erzeugen. Vielleicht hat es auch überhaupt nichts mit Zufall zu tun.

Gestern zum Beispiel war ich im Traum in Leipzig. Erst als ich dort war, erkannte ich die Straße wieder: Es war der Ort, an dem ich vor langer Zeit bei einem jungen Mann und seiner Familie gewohnt hatte. Den Traum habe ich nie aufgeschrieben und bis gestern nacht habe ich mich nicht einmal bewusst daran erinnert. Einzelheiten fallen mir erst jetzt ein. Der Traum ist ziemlich genau vier Jahre alt. (Ich glaube mich zu erinnern ihn geträumt zu haben, bevor ich Leipzig zum ersten Mal tatsächlich besucht habe.)

Ich bin oft zu faul, Träume vollständig zu notieren. Dann behelfe ich mir mit groben Übersichtsskizzen der Landschaft, des Hauses, der Räume. Das genügt fast immer, um mir auch die Geschichte dazu wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Am Liebsten würde ich jetzt eine große Leinwand an die Wand hängen und darauf all die Orte anordnen die ich nachts besuche. Bis ich meine Traumlandschaft kartografiert hätte. - Zumindest für die Träume, die in dieser Welt und der Gegenwart angesiedelt sind (wo ich so darüber nachdenke glaube ich fast, dass das der kleinere Teil ist).

Cait am 02.05.2008:

ja, mach das doch mal. :) wär sicher interessant. nimm am besten direkt ne ganze wand.. :)