Hallo Kohlenstoffwelt

am 10.07.2009 aus Fragmenten von Träumen hören Sex Gang Children trinken Creme Oolong wetter Caps Lock

Hallo Kohlenstoffwelt. - Da bin ich wieder. Habe mich vollständig in die Realität zurück hineingeblinzelt. Brauche nur noch diesen speziellen Besen, der Traumverwirrungsstaub im Kopf beseitigt.

Das Zweitschönste am luziden Träumen, übrigens, ist schon während des Traums darüber nachdenken zu können. Auch wenn das fürchterlich verkopft klingt.

Während des Traums denke ich auf andere Art und Weise über ihn nach als später, nach dem Aufwachen (vereinfacht, verkürzt, ein bißchen leichter, mehr so schwebend). Manchmal hat es eine gewisse Komik: "Boah, ich weiss, I-d-e-e! Ich könnte mit dem Handy Fotos machen! - … Oh, Mooooment, das habe ich zwanzig Jahre lang probiert und es hat nie funktioniert. - Aber vielleicht könnte es dieses eine Mal …? Nein, ich glaube nicht. Naja - dann eben nicht." - mein Gedankengang während ich ins riesige, polstersesselbestückte Wohnzimmer einer Villa guckte. (Trivia: Ich hatte sowohl mein Sony Ericsson K800i als auch mein iPhone dabei. Aber selbst im Traum ist die Kamera des erstgenannten noch drei Mal besser als die des iPhone.)

Ins Bestaunen einer organischen, fast fließenden Struktur aus Holz vertieft, dachte ich mir, ich sollte (unbedingt) etwas tun um diesen (verdammten, wunderschönen) Ideen in der Kohlenstoffwelt ein Zuhause zu geben. Außerhalb meines Kopfes. In der Welt, die ich mit anderen Menschen teile.

Ach, aber wie? Ich dachte an Lewis Carrol, Salvador Dali, MYST, Kinderbücher und Videospiele. Und dann hörte ich auf darüber nachzudenken und ging weiter. Gedanke: Fade-out.

Mein Hund (alt und treu). Joana, in ihrer gepunkteten Bluse. Ich war dankbar, dass sie da waren. Ich dachte: Es ist schön hier nach Hause zu kommen, willkommen geheissen zu werden. Diese Charaktere sind wunderbar; ich habe sie gern. Sie sind ich. Über diesen Umweg kann ich mich selbst auch wunderbar finden und mögen. Und vielleicht sogar Zuhause sein. Und: Vermutlich bin ich auch wunderbar. Ähm, wahrscheinlich.

Auf der anderen Seite haben mich meine imaginären Freunde in meiner Vorstellung von Freunden verdorben, und ich werde mich eventuell nie damit abfinden, dass Kohlenstoff-Freunde nicht so wunderbar sind, wie meine ganz eigenen, ausgedachten. (Nein, sind sie nicht. Sie sind vielleicht greifbarer, kneifbarer, nützlicher und durch ihre imaginären Gegenstücke nicht zu ersetzen. Wunderbarer sind sie nicht. - Wer das meint, hat sich die falschen ausgedacht, oder sie nicht wunderbar genug ausgedacht.)

Ben am 12.07.2009:

Wie oft träumst Du denn so luzide?


zebramädchen am 14.07.2009:

So 100% luzide nur ein mal alle paar Monate. Dann liege ich eher auf einer Wiese rum und freue mich.


Stories wie die oben sind nur so halb-luzide; ich lass die Geschichte so vor sich hin passieren (kann sie ändern, ist aber meistens nicht nötig). Das hab’ ich so alle zwei-drei Wochen.


Dass mir bewusst ist, dass ich träume passiert jede Woche.


Daniel am 18.07.2009:

Wunderbar sind die ausgedachten Freunde insofern, dass sie ideal den eigenen Wünsche angepasst sind. Darin liegt aber auch ihr größtes Manko: sie können einen nicht fordern. Ich würde niemals mehr auf den Freund verzichten wollen, der mich überrascht und im Positiven fordert.

Luzide Träume habe ich mal versucht zu fördern, indem ich bestimmte Techniken probiert habe, zum Beispiel alles direkt nach dem Aufwachen aufschreiben. Am Ende konnte ich mich an deutlich mehr erinnern. Leider musste ich mich irgendwann allerdings auch an Dinge erinnern, an die ich mich nachher gar nicht erinnern wollte, und hab’s wieder sein lassen. Dementsprechend lange her ist der letzte richtig luzide Traum. Bestimmt schon Jahre. Da bin ich auf einem schön großen, flauschigen Kopfkissen wie Kirby durch nächtliche Kleinstadtstraßen geflughüpft :)