Fehlen

am 17.10.2008 aus dem Hier und Jetzt hören Nachbarn durch die Wand trinken Jasmintee wetter dunkelblau

Manchmal nach langer Zeit in der es mir nicht bewusst war, fällt es
mir wieder ein. Oder besser: Ich spüre es. Dass er nicht mehr da ist.
Fehlt.

Mir fällt ein, wie er sich immer Zebramädchenkopfproblemchen angehört
hat. Mich betreut hat. Täglich verbales Kopftätscheln. Hat all die
Fragen beantwortet und geholfen. War da, wenn ich ihn rief. Und fast
ohne Seufzen ist er mit mir überall hingegangen, wo ich mich alleine
nicht hingetraut habe. Und alles gegen Zebramädchentränen! Für Zebramädchenlächeln. Oder doch nur um sich Zebramädchenerwartungen zu fügen? Oder warum eigentlich? Ach, ganz egal.

Jedenfalls bemerke ich dann, dass ich gar nicht ihn vermisse (doch ja, schon - aber nicht primär), nicht den Menschen, sondern seine Dienstleistung als Betreuer. Ich Böses.
Und dann weiss ich, dass es richtig war. Und richtig ist, dass er jetzt nicht mehr in der Art für mich da ist.

Wer kann mich retten? Nur ich.
Wer kann mich beschützen? Nur ich.
Wer kann mich glücklich machen? Nur ich.
Wer also fehlt wenn jemand fehlt? Ich wahrscheinlich.

herzschritt am 18.10.2008:

Mir fällt dazu ein schönes Zitat von ich-weiß-nimmer-wem ein:
“Ich bin mein eigener Stern.” :)


zebramädchen am 19.10.2008:

Das passt wunderbar, gefällt mir.
Ich bin mein eigenes Zebra. Kann mein eigenes Zebra sein. =)


Joy am 21.11.2008:

Oh, das passt bei mir ja grade wie die Faust aufs Auge. Muss aber sagen, dass die Erkenntnis zwar schön ist, die Umsetzung trotzdem noch recht lang auf sich warten lassen kann. So wars bei mir zumindest. Das retten und beschützen klappt mitlerweile schon sehr gut, das glücklich machen meist auch, aber wer is auch schon immer glücklich?

Liebe Grüße
Die Joy