Chaos

am 21.06.2008 aus dem Hier und Jetzt hören nein trinken Kräutertee wetter error reading from file

In der Küche stapelt sich schmutziges Geschirr. Die sechs Müllsäcke sund glücklicherweise aus dem Flur verschwunden, aber eine Armee Glasflaschen bevölkert immer noch die Küche. Macht aber nichts, ist ja genug Platz.

Die Wohnung sah nie so aus, dass ich sie gerne jemandem gezeigt hätte, aber jetzt ist es noch ein klein wenig schlimmer. Nicht so schlimm, wie man denken möchte.

Aber irgendwie genieße ich es gerade, und ertappe mich sogar an einigen Stellen mit der Idee, es noch ein wenig unordentlicher zu machen. Ein bißchen so, als sei das hier ein Konzeptkunstwerk. Ist es auch ein bißchen. Ein Abbild meines Innenlebens oder so. Alles ist durcheinander, manches ein wenig kaputt, vieles am falschen Platz.

Aber ich muss mich jetzt nicht damit auseinandersetzen. Ich kann es einfach mal liegen und stehen lassen. Und den Topf den ich gerade brauche spülen. Aber ich muss nichts. Es kommt ja niemand vorbei.

Mir gefällt das. Es ist sogar ein Luxus den ich genieße. Ich muss das Geschirr nicht spülen. Das Geschirr ist ungespült und die Welt geht nicht unter. Die Welt geht nicht unter. Das ist wunderbar. Ehrlich.

Ich hoffe, ich werde endlich lockerer. Weniger "ich muss". Dringend.

Ausserdem freue ich mich darauf wenn ich mich aufraffe und es alles aufräume. Von oben bis unten und hinten bis vorne. Mich auch mit den schmutzigsten Töpfen konfrontiere. Die Flaschen wegbringe und den Müll.

Irgendwann werde ich das tun.

herzschritt am 22.06.2008:

Du könntest die Person mit dem Verständnis/Mitgefühl zum Tee einladen. Es klingt so, als könnte sie vielleicht auch dich verstehen, wenn du sie verstehst und ihr so ein kleines bißchen für einen Moment in der selben Welt gelebt habt. Dann hast du einen Grund aufzuräumen…aber locker werden und kein “müssen” ist ja auch cool. Nur so als Gedankenanstoß… ;)